GWW – das Echolot der Werbeartikelwirtschaft

Wenn es den Gesamtverband der Werbeartikel Wirtschaft, kurz GWW, nicht bereits geben würde, er könnte heute wahrscheinlich auch nicht mehr gegründet werden. Denn die nationale Marketingbranche rund um den dreidimensionalen Werbeträger wäre ohne den GWW in den Fängen der Politik schon mehrfach untergegangen. Weil es aber den GWW gibt, kann die Werbeartikelbranche weiter durchatmen und kreativ für die werbetreibende Wirtschaft aktiv sein.

„Vor zehn Jahren“, so der amtierende GWW-Vorsitzende Hans-Joachim Evers, „hatte die Bundesregierung schon mal versucht, die steuerliche Absetzbarkeit von Werbeartikeln zu streichen. Und die Politik traf auf verschiedene Interessensgruppen, Verbände und Institutionen. Erst als die Mehrstimmigkeit im GWW zu einer Stimme gebündelt wurde, distanzierte sich die Bundespolitik von ihren Streichplänen. Bis kurz vor der Gründung des Dachverbandes am 19. August 1993 war die Branche ein Haus ohne Dach. Jeder spannte einen Regenschirm in seinem Zimmer auf, aber nass wurden sie dennoch alle. Heute repräsentiert der GWW die Werbeartikel-Branche in seiner Gesamtheit.“

Schon 14 Monate nach der Verbandsgründung gab der GWW ein Rechtsgutachten in Auftrag, das besonders die verfassungsrechtliche Stellung des Werbeartikels im Steuerrecht untersuchen sollte. In den Annalen des GWW liest sich der entsprechende Protokollpunkt so: „Dieses Gutachten hat nicht nur in diesem Punkt der Werbeartikelbranche Recht gegeben, sondern noch etwas mehr erreicht: Die gültige steuerrechtliche Behandlung des Werbeartikels stellt eine Diskriminierung dar und verlangt nach einer Neuerung“. Vor sechs Monaten kämpfte der GWW mit den selben Argumenten gegen die politischen Vorstellungen.

Aber nicht nur die Politik hatte im GWW einen kompetenten Ansprechpartner. Auch in der internen Kommunikation avancierte der GWW sehr schnell zum Echolot der brancheninternen Bedürfnisse. Heute repräsentiert der GWW mit seinen Mitgliedsverbänden rund 5.000 Werbeartikel-Händler, -Berater und -Hersteller. Die wiederum stellen mit etwa 30.000 Arbeitsplätzen das Gros der Beschäftigtenzahlen in dieser Branche. Damit ist der GWW als branchenpolitischer und arbeitsmarktpolitischer Dialogpartner nicht mehr wegzudenken.

Über die Bedeutung des Werbeartikels gab es praktisch keine wissenschaftlich gesicherten Informationen. Der GWW schloss diese Informationslücke, in dem er den Bochumer Marketing-Professor Hammann mit einer Marktstudie beauftragte. 1996 gab es erstmals in Deutschland eine repräsentative Untersuchung zum Einsatz von Werbeartikeln in Deutschland. Keine zwei Jahre später präsentierte der GWW auf der Branchenleitmesse PSI in Düsseldorf eine Folgestudie. „Diese Studie focusierte die Wirkung des Werbeartikels in der Banken- und Versicherungsbranche“: „Der GWW versachlichte die Branchenaktivitäten und demonstrierte volkswirtschaftliche Stärke. Immerhin setzte die nationale Werbeartikelwirtschaft schon Mitte der 90er Jahre rund 1,5 Milliarden Euro um.“

In punkto Marktforschung setzte der GWW seine Erfolgsaktivitäten fort. „Dass Werbeartikel auch im Segment der Markenartikel eine wichtige Rolle spielen, haben wir durch eine Präsentation unseres Mitgliedsverbandes, des AKW, eindrucksvoll belegt“, erklärt Hans-Joachim Evers die dritte und damit vorletzte Studie. Den vorläufigen Schlussakkord bildet die vom GWW mitinitiierte Studie des Marktforschungsinstituts TNS EMNID. Mit dem richtungsweisenden Titel „Tendenzen im Markt für Werbeartikel – Ergebnisse einer internationalen Marktstudie über Werbeartikel“ wies der GWW auch weit über die nationalen Grenzen hinaus.

Beinahe wären im Jubiläumsjahr die Sektkorken in den Flaschenhälsen stecken geblieben. Denn die Rot-Grüne Bundesregierung unternahm erneut den Versuch, die steuerliche Absetzbarkeit von Werbeartikeln zu streichen. Durch den gezielten Einsatz des GWW in Ministerien und Bundesparlament und mit vielen dezentralen Aktionen gelang es, auf die Gefahren des politischen Amoklaufes hinzuweisen. Aktuell lässt die Bundesregierung ihre Finger vom Werbeartikel. „Aber es kann durchaus sein“, so Hans-Joachim Evers, „dass das Subventionsabbaugesetz den Werbeartikel erneut auf die Agenda setzt. Wir werden auf jeden Fall unsere Bemühungen zur Änderung des Steuerrechts pro Werbeartikel fortsetzen.

Eine Frage bleibt unbeantwortet, seit es Werbeartikel in Deutschland gibt: Warum hat der Gesetzgeber überhaupt eine Höchstgrenze für die steuerliche Absetzbarkeit von Werbeartikeln bestimmt? Es gibt ja auch keinen Maximalbetrag beim Schalten von Hörfunk- oder TV-Spots. Auch Zeitungsanzeigen können nach Wunsch der werbetreibenden Wirtschaft ohne gesetzliche Vorgaben geschaltet werden.

Vielleicht ploppt es dann doch am GWW-Geburtstag (19.08.2003) bei den einen oder anderen Mitgliedsunternehmen. Grund zur Freude gibt es allemal. Der GWW ist und bleibt das Echolot für die Werbeartikelbranche.

GWW e. V.
Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft
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